SMWS-Summer-Breeze in Hamburg
Meines Wissens zum ersten Mal – zumindest in Hamburg, wenn nicht sogar deutschlandweit – wurde ein offizielles SMWS‑Tasting auf einem privaten Grundstück durchgeführt.
Ich hatte angeboten, in unserem Garten eine kleine Bühne für maximal 20 Teilnehmer zu errichten.
Spoiler: Am Ende wurden es 15 – und ich fühlte mich wie der Gastgeber einer exklusiven VIP‑Verkostung.
Bei den letzten Tastings in der Kneipe waren wir nämlich immer nur zu acht…
also quasi ein kleiner Whisky‑Stammtisch
.
Und das Beste: Ich musste meine bessere Hälfte nicht einmal anbetteln, überreden oder mit Single Malts bestechen – die Idee, das Tasting bei uns zu veranstalten, kam tatsächlich von meiner geliebten Frau! Manchmal hat man einfach Glück im Leben 😉
Die größte (nervliche) Belastung waren allerdings die drei Tage vor dem Event –
ich war kurz davor, den Film Tastingplaner am Rande des Nervenzusammenbruchs
zu drehen:
– inklusive dramatischer Wetter‑Montage und nervösem Blick auf die Teilnehmerliste.
Die Lage war nämlich alles andere als stabil:
- Wie wird das Wetter? Angesagt war: Erst Sonne wie die Tage davor… dann Gewitter… dann wieder Sonne… schließlich Hagel.
Semi‑optimal für
unter freiem Himmel
. Also: Rasen? Terrasse? Oder doch alles absagen und nach Schottland auswandern? - Und wie viele werden wir?
Montag: 14 Anmeldungen – perfekt, das passt locker auf die Terrasse!
Donnerstagabend (also einen Tag vor dem Start): 15 – wird eng. Also Gartenstühle raus, Bierbänke rein. Dat passt wieder! Aber bitte, bitte keine weiteren Anmeldungen…
Als Thom (der Moderator) dann am Freitag mit den Flaschen ankam, strahlte er mich an und verkündete fröhlich:
Es sind heute noch zwei dazugekommen – wir sind jetzt 17!
Ich bin fast in Ohnmacht gefallen. Perfekt vorbereiteter Tisch (s.u.) – und dann das …
Aber: Die (für mich) gute Nachricht:
Es gab noch zwei kurzfristige Absagen und einen klassischen No‑Show
– also einen Teilnehmer, der nicht erschien.
Damit war auf der Terrasse genug Platz, um das Tasting tatsächlich gemütlich
durchzuführen –
ohne dass jemand auf unserem Rasen Wurzeln schlagen musste.
Und so sah das dann aus:
Bild vorher
Damit konnte das Tasting nach ein paar logistischen Hinweisen von mir starten.
Folgendes Setup hatte Thom zusammen gestellt:
- Fruit Bomb - 10yrs Blended Malt aus der Heresy-Collection Batch 40
- Machair Medley - 9yrs Ardnamurchan - Coastal & Maritime
- Sweet Biscuit Regatta - 6yrs Raasay - Coastal & Maritime
- Austrian Coffee Break - 19yrs Glen Deveron - Dried Fruits & Spices
- Sunshine on the Seashore - 16yrs Caol Ila - Coastal & Maritime
- Smokin' Spurtles - 13yrs Caol Ila - Bold & Peaty
Wie hieß es so schön bei der Ankündigung:
Dazu verkosten wir sechs SMWS Whiskys aus Destillerien, die entweder an der Küste oder auf einer Insel zuhause sind.
Ordentlich Seeluft im Glas ist also garantiert!
Etwas überraschend für mich war, dass ich als Gastgeber auch die Rolle des Einschenkers übernehmen sollte. Ab der dritten Runde habe ich diese Aufgabe dann aber abgegeben – und Thom übernahm wenigstens die letzten beiden Runden.
Der Moderator wirkte an diesem Abend entspannt‑zurückhaltend – fast so, als hätte ihn die Seeluft schon vor dem ersten Dram in Urlaubsstimmung versetzt. Das passte irgendwie zum maritimen Motto und sorgte für eine angenehm entschleunigte Atmosphäre.
Stimmen anderer Teilnehmer
Da die Einschätzung des Tastings vom Gastgeber ja nur ganz leicht subjektiv ausfallen kann, habe ich ein paar Gäste gebeten, ein paar Zeilen zu schreiben. Hier das Ergebnis:
Siegfried
Gestern gab es ein richtig starkes SMWS Summer Breeze
Hamburg Tasting im privaten Kreis,
bei dem aus den geplanten sechs hochkarätigen Whiskys dank einer spendierten Flasche
("Tarte Flambèe and Seafood Paella" - 10yrs Bunnahabhain - Coastal & Maritime - Anm. d. Red.)
spontan sieben wurden.
Unser Host Thom hatte nicht nur verdammt gute Drams am Start, sondern auch jede Menge skurrile Storys
über Bier und Whisky auf Lager – absolutes Highlight war die Anekdote
über einen multilingualen Schlossbesitzer, der Bier braut.
Zu Beginn saßen wir Männer noch recht still und distanziert am Tisch,
aber mit jedem Glas wurde die Runde offener, lockerer und am Ende extrem lustig.
Es war insgesamt ein genialer, runder Abend, der nach einer Wiederholung schreit.
Der nächste Morgen
9:45: alle 96 Gläser abgespült, poliert und wieder verpackt 😉