Whisky verstehen – von der Gerste bis ins Glas

SMWS-Frühlings-Tasting

02.04.26

Tasting Ankündigung

👉 Ein Line-up von bemerkenswerter Qualität

Angekündigt war ein: Line-up, das exklusiver und etwas älter als gewohnt ist – eine Auswahl, die unsere volle Aufmerksamkeit verdient.

Und das kann ich voll und ganz bestätigen!
Deswegen entgegen meiner sonstigen Gewohnheit hier zunächst das Line-Up:

  1. Teaninich 18 yrs: Highland Modernity
  2. Nantou 5 yrs: Lunchbox Luxuries ...dazu später mehr...
  3. Auchroisk 18 yrs: Picasso's Apprentice
  4. Miltonduff 22 yrs: Hazelnuts Bob on a Chocolate Loch
  5. Mortlach 17 yrs: Catalan, if you can
  6. Ardmore 24 yrs: Fractal Peatreek
Tasting Ankündigung

Kommen wir zur Einzelkritik:

Teaninich

Teaninich

Ein wunderbar ausgewogener Tropfen. Sehr reichhaltig und vielschichtig. Ein guter Starter - da waren sich alle einig.

Nantou

Nantou

Dieser fiel in der Auswahl aufgrund seines Alters etwas aus dem Rahmen. Er war auch in der Ankündigung nicht erwähnt und erst ganz kurzfristig ausgetauscht. Dass wir ihn bereits beim letzten Tasting im Februar im Line-Up hatten, ist der SMWS anscheinend auch entgangen. Machte aber nix (mir jedenfalls nicht 😉 ), denn ich mochte ihn im Februar und mochte ihn auch jetzt.

Kräftig am Gaumen mit leichten Bodega-Noten.

Auchroisk

Auchroisk

Ebenso wie der Nantou aus dem Toasted Oak & Vanilla-Profil - geschmacklich aber komplett anders. Ziemlich süß und viele Noten von Kuchen und Gebäck.

Miltonduff

Miltonduff

Ein wunderbarer Miltonduff! Nicht nur wegen seines Alters der Zweitbeste des Abends - und das ist bei dieser Auswahl etwas Besonderes! Dunkle Schokolade tritt deutlich hervor. Die auf dem Etikett angegebene Haselnuss hat sich allerdings ziemlich im Hintergrund versteckt.

Mortlach

Mortlach

Bis auf einen hatten alle Tastingteilnehmer leuchtende Augen beim Genuss dieses wunderbaren Mortlach. Dieser eine war natürlich ich, denn ich fand ihn gut bis sehr gut - aber nichts, was mich ins Schwärmen gebracht hätte. Auch beim Namensgeber Crema Catalana (ähnlich wie Crème Brûlée) hatte ich Schwierigkeiten, den im Aroma zu entdecken.

Ardmore

Ardmore

Der Höhepunkt des Abends - und was für einer!

Noch aus dem alten Profil Old & Dignified haben 24 Jahre diesen Ardmore wunderbar abgerundet. Der Ardmore-typische Rauch ist zwar noch deutlich spürbar - aber nicht so ausgeprägt, wie bei den üblichen Abfüllungen. Dafür treten Noten von Gewürzen und Trockenfrüchten deutlicher hervor, während der Torfrauch (peat reek) sanft durch die Aromen mäandert.

Ich bin tatsächlich am Überlegen, ob ich mir den für 209,- Euro zulegen werde. Wahrscheinlich warte ich aber wieder so lange mit der Entscheidung, bis der ausverkauft ist.

📝 Fazit

Ein wunderbarer Abend mit exquisiten Abfüllungen und lockerer Atmosphäre – ein großer Hochgenuss!

Einziges Manko aus meiner persönlichen Sicht:
Alle Sitzgelegenheiten (Hocker und Bank) hatten keine Lehne, sodass man sich beim Genuss der guten Tropfen nicht einmal entspannt zurücklehnen konnte.

Dennoch bleibt dieses Tasting als eines der stimmigsten und hochwertigsten seit Langem in Erinnerung – und hätte es Lehnen gegeben, wäre ich vermutlich gar nicht mehr aufgestanden.